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Wolkine

„WIR HABEN FAST VERGESSEN, WAS FÜR EINE SELTSAME SACHE DAS IST, DASS EIN TIER, SO GROSS, SO KRAFTVOLL UND SO INTELLIGENT WIE DAS PFERD, EINEM ANDEREN, WEIT SCHWÄCHEREN WESEN ERLAUBT, AUF SEINEM RÜCKEN ZU REITEN.“[PETER GREY]

Schon meine Kinderbeine trugen mich zu all den Pferden, die sich in der nähren Umgebung befanden. Bei jedem Hufgetrappel bin ich ans Fenster gerannt, hörte Bibi & Tina Hörspielkassetten rauf und runter, fühlte mich in meinem mit Pferdpostern tapezierten Kinderzimmer mehr als wohl und spielte nur mit Barbie-Puppen, wenn ein passendes Pferd verfügbar war. Auch im Spiel mit meinen Freundinnen waren Pferde so gut wie immer mit von der Partie. Ob als Stofftier, Steckenpferd oder in der Fantasie – ohne Pferde ging es fast nicht.

Was mich an diesen Tieren so fasziniert? Die sanften Augen, die warme Luft, die aus ihren Nüstern kommt, wenn sie einem sanft anpusten, das weiche Fell, der Geruch von Heu und Stroh, wenn man die Stallungen betritt aber auch der Eigengeruch der Pferde, hat mich schon früh in ihren Bann gezogen. Geerbt habe ich dieses Pferdegen von meiner Mama. Sie ist ebenfalls seit Kindesbeinen an fasziniert von diesen Tieren und war lange Zeit selbst aktive Reiterin. Auch mein Papa blieb von der Liebe zu Pferden nicht verschont. Während meiner Kindheit und Jugend fuhren mich meine Eltern zum Reitunterricht, ermöglichten mir Reiterferien oder sorgten für sonstigen Kontakt mit Pferden. Irgendwer hatte oder kannte Menschen mit Pferden. Als ich mit dreizehn Jahren den Reitstall wechselte und in eine große Reitgemeinschaft aufgenommen wurde, packte das Pferdefieber auch meine Eltern wieder. So kam es, dass mir meine Eltern zwei Jahre später, den Traum vom eigenen Pferd erfüllten.

Und dieses Pferd ist nicht irgendein Pferd sondern mein absolutes Lieblingspferd. Mit Wolga ritt ich unzählige Reitstunden, war ihr, auch als ich eine Reitbeteiligung an einem anderen Pferd hatte, treu, absolvierte mit ihr vereinsinterne Prüfungen und kleine Turniere. Ich war einfach schon immer verliebt in dieses eine Pferd. Als sie zum Verkauf stand, konnten meine Eltern nicht anders, als diesem Pferd einen Platz auf Lebenszeit in unserer Familie zu geben.

Seit diesem Tag sind nun über elf Jahre vergangen und Wolga genießt ihr Leben mit stolzen zweiundzwanzig Jahren in einem großen Herdenverband mit ganzjähriger Koppelsaison in vollen Zügen. Als Alpha-Stute ist sie in der Herde nicht mehr wegzudenken und auch in meinem Leben ist sie ein fester Bestandteil geworden. Während meines Studiums wechselte sie zurück in den Besitz meines Papas, der sich ebenso fürsorglich und liebevoll um sie kümmert, wie sie es von mir all die Jahre gewohnt war. Heute freut sie sich noch genauso wie ich, über Stoppelfelder zu galoppieren oder die eine oder andere Dressurlektion auf dem Platz zu reiten. Für mich ist sie das perfekte Pferd und hat für immer ihren Platz in meinem Herzen. Denn nicht nur ihr einzigartiger, ehrlicher und treuer Charakter imponieren mir an diesem Pferd so sehr, sondern auch ihre Schönheit in Größe, Farbe, und Ausdrucksstärke.

„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde!“ [Sprichwort]

               

                    Foto von Flo Hoffmann 

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Thema von Nina Klein